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Aktuell


Weiterbildungsstelle, Universität Freiburg

CAS Lebenserzählungen und Lebensgeschichten 3 

3. Durchführung / Dreistufiger Lehrgang
September 2018 - Juni 2020

Wozu eine Weiterbildung zu Lebenserzählungen und Lebensgeschichten?
Die (auto-)biografische Erzählung und der (auto-)biografische Text nehmen in der heutigen komplexen Gesellschaft einen wichtigen Platz ein. Was macht den Reiz und die Bedeutung der (auto-)biografischen Erzählung aus, für die erzählende Person wie auch für die Zuhörenden ? Was geschieht in diesem Erzählraum? Wodurch zeichnet sich eine lebensgeschichtliche Erzählung aus? Welche Bedeutung kann das lebensgeschichtliche Erzählen haben, und was kann es bewirken? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Wissenschaft und Praxis aus verschiedenen Perspektiven. Das lebensgeschichtliche Erzählen als Weg der Erkenntnis, des Erschaffens von Sinn, Wissen und Möglichkeiten auf individueller und gesellschaftlicher Ebene steht im Zentrum dieses Kurses.

Warum ein dreistufiger Lehrgang?
Stufe 1 : Die Erzählung des eigenen Lebens ermöglicht es den Teilnehmenden, sich mit der Gestaltung des Narrativs ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Über diese Erfahrung und deren Analyse und Reflexion werden sie mit dem Vorgehen,
Lebenserzählungen aufzunehmen, vertraut. Dabei ist auch der Erzählraum von Bedeutung : Welche Funktion nimmt die den Erzählprozess begleitende Person wahr, und wie trägt sie zur Gestaltung des Narrativs bei?
Stufe 2 : Auf der Basis dieser Erfahrungen kann die Rolle der begleitenden Person, des mitgestaltenden Gegenübers thematisiert und erforscht werden : Wie entwickelt sich diese von Zuhören und Begleiten zu Dialog und Ko-Autorenschaft der Lebenserzählung? Wie ist diese Rolle zu gestalten, damit sie zur Entfaltung der Kraft der Lebenserzählung beiträgt und die erzählende Person in der Erkenntnis des Gelebten und der Aneignung des eigenen Lebens unterstützt? Der Arbeitsschwerpunkt auf dieser Stufe liegt auf der Erhebung und Arbeit mit der Lebenserzählung einer ausgewählten Person.
Stufe 3 : In unterschiedlichsten institutionellen Kontexten wie Schulen, Einrichtungen des Gesundheitswesens wie Spitälern, Kliniken und Gesundheitszentren, Einrichtungen für alte Menschen, Jugendliche, Flüchtlinge usw. kann oder könnte die Lebenserzählung einen wichtigen Platz finden. Wie kann der nötige Raum geschaffen werden, in welchem sich der Mensch als Autor und Subjekt seiner Geschichte erzählen kann? Wie können Institutionen für die Lebenserzählung sensibilisiert werden, und wo kann diese bereichernd und auch verändernd eingesetzt werden? Der Arbeitsschwerpunkt auf dieser Stufe liegt auf institutionellen und gesellschaftlichen Aspekten wie auch ethischen und politischen Fragen der Arbeit mit Lebenserzählungen.

Leitung
Shirin Sotoudeh hat Sozialanthropologie an der Universität Bern studiert (1997 Doktorat). Sie war an der Universität Bern und in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und ist seit 2007 Dozentin an der Fachhochschule Bern. Ihre Interessensschwerpunkte sind Konfliktmanagement und Mediation, Arbeit mit Lebenserzählungen sowie kreatives und autobiografisches Schreiben. Sie leitet und begleitet das ganze CAS.
Catherine Schmutz-Brun hat Neuphilologie und Sprachwissenschaft an der Universität Paris III studiert. 2005 hat sie in Genf ihr Doktorat in Erziehungswissenschaften erlangt. Sie war Assistentin von P. Dominicé sowie von M.-C. Josso und hat Seminare im Bereich Lebensgeschichten an der Universität Genf geleitet. Sie unterrichtet an der Universität Freiburg, präsidiert die «Association de Recueilleurs et Recueilleuses de Récits de vie» (ARRV) und ist seit 1998 im Vorstand der «Association Internationale des Histoires de vie» (ASIHVIF).
Jean-Luc Gurtner hat genetische und pädagogische Psychologie in Lausanne und Genf studiert (1984 Doktorat in Psychologie, 1994 Habilitation in pädagogischer Psychologie). Er ist seit 1994 Ordinarius am Departement Erziehungswissenschaften der Universität Freiburg. Mehrere Forschungsaufenthalte führten ihn nach Kanada, Grossbritannien und in die USA. Seine Hauptforschungsinteressen betreffen Motivation und Lernen, Ausbildung von Lehrpersonen sowie Einsatz neuer Technologien in Unterricht und Ausbildung.

Zielpublikum
- An Lebenserzählungen interessierte Personen, welche ihre Praxis vervollständigen und die theoretischen Hintergründe kennenlernen möchten
- Professionelle oder Freiwillige aus unterschiedlichen Berufsfeldern, welche den biografischen Ansatz verwenden oder sich auf diesen beziehen (z.B. Pflegefachleute, TherapeutInnen, PsychologInnen, PädagogInnen, SozialpädagogInnen, Sozialarbeitende)
- Professionelle, welche Lebenserzählungen verwenden (z.B. HistorikerInnen, Personalfachleute, JournalistInnen)

Zulassungsvoraussetzungen
Zugelassen werden Interessierte mit Bachelor Abschluss einer Hochschule oder einer äquivalenten Ausbildung und Nachweis von mindestens 2 Jahren Berufserfahrung in ihrem Berufsfeld. Die Studienleitung entscheidet über die Zulassung, auch über jene von KandidatInnen, welche die Zugangsbedingungen nicht vollständig erfüllen.
 

Allgemeine Ziele
Die Teilnehmenden
- können ihre Erfahrungen und Kenntnisse des biografischen Ansatzes, insbesondere der Lebenserzählung, in theoretischen Bezügen verorten.
- kennen das methodische Vorgehen der Lebenserzählung in Interventionen, Ausbildung und Forschung sowohl theoretisch wie auch praktisch, sodass die Arbeit mit Lebenserzählungen im professionellen Rahmen möglich wird.


Pädagogischer Ansatz
Die Ausbildung erfolgt über drei aufeinander aufbauende Stufen, ausgehend von der eigenen Lebenserzählung über jene des Anderen bis zur institutionellen, gesellschaftlichen Dimension der Lebenserzählung.
Theoretische Inputs bilden die Grundlage für die praktischen Arbeiten und das forschende Lernen. Dieser Ansatz verlangt ein persönliches Engagement wie auch die Bereitschaft zu Reflexion, Auseinandersetzung und Diskussion.
ReferentInnen aus spezifischen Bereichen vermitteln grundlegendes theoretisches und praktisches Wissen zu unterschiedlichen Aspekten der Arbeit mit Lebenserzählungen und Lebensgeschichten und geben Einblick in ihre berufliche Praxis.

Broschüre

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